Soja-Supps für mehr Muskeln? - Die Soja-Saga Teil 3

Quelle: Sylvar, flickr
Quelle: Sylvar, flickr

Sojaprodukte – insbesondere in Form von Eiweiß-Pulvern oder ähnlichen Supplements – sind bei Sportlern und Fitnessfreunden durch ihren günstigen Preis immer beliebter. In Sojaisolaten oder Sojahydrolysaten sind sogar die enhaltenen Phytoöstrogene auf ein Minimum reduziert – das soll ungewollte Nebenwirkungen vorbeugen.

Aber egal wie beliebt Soja als Supplement ist, das größte Problem wird oft gar nicht thematisiert: Soja versorgt den Körper nicht mit Proteinen, sondern verhindert die Proteinverdauung.

 

Verantwortlich dafür sind die (schon oben kurz erwähnten) im Soja enthaltenen Trypsin-Inhibitoren. Trypsin ist ein proteolytisches Enzym aus dem Pankreas.1 Auch wenn nur selten darüber gesprochen wird, gehört es zu den wichtigsten eiweißspaltenden Bauchspeicheldrüsen-Enzymen. Es sorgt dafür, dass die eigentlich langen Proteinketten gespalten werden und klein genug sind, um das Verdauungssystem zu verlassen und an anderer Stelle als Baumaterial zu dienen. Dank des Trypsins kann also das über die Nahrung aufgenommene Eiweiß in der Muskulatur verbaut werden und wird nicht einfach ausgeschieden.

Soja ist aber ein Trypsinhemmer!2

Das hat folgenden Grund: Eigentlich sollen die im Soja enthaltenen Trypsin-Inhibitoren die Pflanze vor Schädlingen schützen. Im menschlichen Körper stören sie jedoch das Verdauungssystem und vor allen Dingen die Proteinaufnahme.

Gentechnisch verändertes Soja hat sogar meist einen noch höheren Trypsin-Inhibitoren Gehalt, da es so künstlich widerstandsfähiger gemacht wird!3

 

 

Einige Hersteller von Soja-Produkten versuchen den Trypsin-Inhibitoren-Gehalt durch eine Hitzebehandlung oder Mikrofiltration (bei Isolaten) zu reduzieren. Doch bei den meisten Methoden - die von Hersteller zu Hersteller stark varrieren können - bleiben dennoch aktive Inhibitoren in den Produkten zurück. Um wieviel Prozent es sich dabei genau handelt, geben die Hersteller jedoch nicht preis.

 

Für den Muskelaufbau sind Soja-Produkte (auch wenn es sich um Isolate oder Hydrolysate handelt) also nicht empfehlenswert! 

Besser, man greift auf Supplements zurück, die in ihrer natürlichen Form keine solchen Stoffe enthalten. Dann braucht man sich um solche Probleme nicht sorgen.

 

Grundsätzlich bin ich kein Freund von Eiweiß-Supplements, da man über eine richtige Ernährung genug Eiweiß aufnehmen kann. Aber dazu kommt noch ein Artikel.


Quellen:


1 Lippert, Hans (2012): Wundatlas: Kompendium der komplexen Wundbehandlung. Georg Thieme Verlag. S.77.

 

Studie von Caine, Sauer, Verstegen, et al. (1998): Guanidinated protein test meals with higher concentration of soybean trypsin inhibitors increase ileal recoveries of endogenous amino acids in pigs.

 

http://www.biosicherheit.de/lexikon/807.trypsin-inhibitor.html

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Kommentare: 2
  • #1

    Philip (Dienstag, 06 August 2013 22:19)

    Moin Christopher,
    eine tolle Seite!
    Zum Soja: Ich finde es erstaunlich, dass Soja in großen Mengen in der Tiermast eingesetzt wird. Wenn der hier beschriebene Effekt so extrem wäre, sollte Soja doch zum Mästen gänzlich ungeeignet sein.
    Beste Grüße

  • #2

    intermittent-fasting-diet (Donnerstag, 08 August 2013 19:43)

    Hallo Philip,

    als ich deinen Kommentar gelesen habe, dachte ich mir, dass sich das vielleicht mehrere Leute fragen und daher habe ich einen etwas ausführlicheren Artikel dazu geschrieben:

    http://www.intermittent-fasting-diet.de/2013/08/07/soja-als-mast-tierfutter-die-soja-saga-teil-4/

    Ich hoffe, das erklärt worin die Unterschiede bestehen.

    Grüße
    Christopher