Mehr Autophagie durch periodisches Fasten?!

 

 

Dies ist kein typischer Artikel über Ernährung oder periodisches Fasten. Vielmehr richtet er sich an alle, die die Wirkungsweise unseres Körpers verstehen wollen. Ich zeige, wie Zellen gesund bleiben, eventuell Krebs sowie degenerative Krankheiten vorgebeugt werden können und man sich sogar nach einer Krebsbehandlung vor Rückfällen schützen kann.

 

 

Autophagie – Selbstkanibalismus der Zellen als Heilmittel?

 

Autophagie ist einer der wichtigsten Prozesse im menschlichen Körper und doch haben die wenigstens bisher davon gehört. Sogar in wissenschaftlichen Publikationen und Büchern über Ernährung oder Gesundheit liest man wenig über Autophagie oder Autophagozytose. Beide Begriffe sind synonym zu verwenden und beschreiben den gleichen Prozess im Körper, den man aus der griechischen Bedeutung ableiten kann. „Auto“ heißt „selbst“ und „phagein“ bedeutet „fressen“. Es geht folglich um den Selbstkanibalismus unseres Körper beziehungsweise unserer Körperzellen.

 

 

Recycling gibt es auch auf kleiner Ebene...
Recycling gibt es auch auf kleiner Ebene...

Recycling auf zellulärer Ebene

 

Zellen sind in der Lage Recycling zu betreiben. Dabei werden einzelne beschädigte Bausteine der Zelle abgebaut, zerlegt und wiederverwertet oder als Brennstoff benutzt. Ähnlich wie die Energie aus den Fettreserven gewonnen wird, wenn der Körper sich in einem Kaloriendefizit befindet, funktioniert es auch auf zellulärer Ebene. Kleine Bestandteile der Zelle, die nicht überlebensnotwendig sind, werden bei Energieknappheit als Brennstoffersatz verwendet.

 

 

Dieser Prozess ist nicht nur ein Notfallsystem in Hungerperioden, sondern dient auch der Reinigung und der Erneuerung der Zellen.

 

Auch schädigende Zellbestandteile, Bakterien und Viren werden über den Prozess der Autophagie unschädlich gemacht. Es ist ein essentieller Prozess, der den Erhalt einer gesunden Zelle gewährleistet. Nur durch ständige Wartung, Abbau beschädigter Bestandteile und anschließender Reparatur ist es möglich, die Zellfunktion aufrecht zu halten. Diesen Prozess kann man aktiv unterstützen, aber auch hemmen!

Beim Reinigungsmechanismus wird ein abbauender Prozess vorausgesetzt. Werden die beschädigten Bausteine nicht abgebaut, können neue Bausteine auch nicht eingesetzt werden. Diesen Effekt kennt man auch vom Training, bei dem dieser Mechanismus schon bekannter ist. Beim Krafttraining zum Beispiel wird die Muskulatur angegriffen und es entstehen Mikrorisse. In Folge dessen ist der Muskel nach dem Training leicht beschädigt. Die beschädigten Fragmente werden abgebaut und bei der nächsten Zufuhr von Nährstoffen kehrt sich dieser Prozess um und die beschädigten Bestandteile des Muskels werden umso stärker wieder aufgebaut. Auf einen abbauenden (katabol) folgt ein aufbauender (anabol) Prozess. Wichtig ist jedoch, dass beide Prozesse im Gleichgewicht stehen – der sogenannten Homöostase.

 


Was passiert bei einem gestörten Gleichgewicht?

 

Wenn die aufbauenden und abbauenden Prozesse nicht im Gleichgewicht stehen, kann der Prozess der Zellreinigung und Zellregeneration nicht optimal funktionieren. Das hat zur Folge, dass auch die Zelle in ihrer Funktion eingeschränkt wird oder eine Dysfunktion entsteht.

 

In einem extremen katabolen Zustand - wie zum Beispiel in einer langanhaltenden Diät mit starkem Kaloriendefizit oder langem Fasten - kann der Körper ab einem Punkt nicht mehr genügend Energie für die Zellfunktion bereitstellen und folglich wird diese eingeschränkt.

Die Zelle geht in einen Schutzmodus, in der sie sehr wenig Energie verbraucht, sodass ihre Funktion „einschläft“, sie aber nicht stirbt und im Falle erneuter Energiebereitstellung wieder funktionsfähig gemacht werden kann. Hält diese Unterversorgung zu lange an, „verhungert“ die Zelle und es kann zum Zelltod kommen. In einer radikalen Diät wird daher nicht nur Fett abgebaut, sondern auch Muskulatur zu der auch der Herzmuskel zählt. Daher sollte man bei einer Gewichtsreduktion kein zu großes Kaloriendefizit eingehen und einen langsamen und gleichmäßigen Fettverlust anstreben.


Das Gegenteil findet statt, wenn man zu viel und zu häufig isst. Bei einem Kalorienüberschuss befindet sich der Körper in einem aufbauenden Milieu. Besonders ein konstant erhöhter Insulin-Spiegel bremst die Autophagie. Insulin ist ein stark anaboles Hormon, das die Speicherung von Nährstoffen in körpereigenen Energiereserven fördert. Darüber wird dem Körper signalisiert, dass ausreichend Energie zugeführt wird und er keine eigenen Energiereserven anzapfen muss. Dementsprechend kommen die abbauenden Prozesse zu kurz und die Zellreinigung wird gehemmt. Der Insulinspiegel wird zum größten Teil über die Zufuhr von Kohlenhydraten (z.B. Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Süßigkeiten) und in geringerem Maße über die Eiweißzufuhr reguliert.

 

Eiweiß ist im Vergleich zu Kohlenhydraten hingegen essentiell und wird im Körper unter anderem als Baustoff verwendet. Durch die Nahrung zugeführtes Eiweiß und Fett wird verwendet, um die abgebauten Bestandteile durch neue Bausteine zu ersetzen. Bekommt der Körper nicht die Möglichkeit beschädigte Zellbestandteile abzubauen, häufen sich diese Schadstoffe an und die Zelle wird funktionsunfähig oder entartet.

 

Derzeit ist der Prozess im menschlichen Körper noch nicht vollkommen erforscht, da er hochkomplex ist. Die Anzeichen verdichten sich jedoch immer mehr, dass eine gestörte Autophagie unter anderem Krankheiten wie Krebs, Muskeldysthrophie (Muskelschwund), Arteriosklerose und neurodegenerative Erkrankungen (Parkinson, Chorea Huntington, Alzheimer) hervorrufen kann.

 

 

Bildlich könnt ihr euch das so vorstellen:

In einem großen Hochhaus (Körper) gibt es viele Zimmer (Zellen). Werden die Zimmer benutzt, entsteht Müll bzw. Inventar wird beschädigt und ist nicht mehr funktionsfähig (alte Zellbestandteile). Werden die Zimmer nicht gereinigt (periodischer Nährstoffmangel) und werden immer mehr Sachen ins Zimmer geschafft, bricht das Chaos aus. Man kommt nicht an alles heran, Wege sind verstellt, die Einrichtung verdreckt und wird unbrauchbar. 
Also lasst ab und zu die Putzkolonne alles ausmisten und säubern, dann können die Handwerker (neue Nährstoffe) auch alles in Schuss halten.

 

 

Was hemmt die Autophagie?

 

Leider ist es in den letzten Jahren in Mode gekommen, dass Ernährungsberater und Fitnesstrainer eine höhere Mahlzeitenfrequenz (5-6 Mahlzeiten am Tag) empfehlen. Es wird propagiert, den Insulinspiegel durch mehrere kleinere Mahlzeiten besser zu kontrollieren. Es stimmt auch, dass die Insulinspitzen geringer ausfallen, weil in der Regel weniger Nährstoffe pro Mahlzeit zu sich genommen werden und daher der Blutzucker in geringerem Maße erhöht wird als bei großen Mahlzeiten. Das Problem ist jedoch, dass der Insulinspiegel durch eine erhöhte Mahlzeitenfrequenz auch öfter erhöht wird und auf einem durchgängig erhöhten Niveau ist. Wie erwähnt hemmt ein erhöhter Insulinspiegel die Autophagie und kann die Entstehung oben genannter Krankheiten begünstigen. Daher sollte man höchstens bei 3 Mahlzeiten mit ausreichend Abstand am Tag bleiben.

Wir fasten periodisch um in dieser Zeit den "Zellmüll" abzubauen und im anschließenden Essensfenster neues Material einzubauen. So werden die Zellen nicht zur "Messi-Bude", sondern bleiben gepflegt wie im 5-Sterne-Hotel ;-)

 

 

Wie kann ich die Autophagie unterstützen?

 

Autophagie ist eine Art der Selbstheilung unseres Körpers und man kann sie mit verschiedenen Methoden fördern. Zusammengefasst kann man festhalten, dass 3 Faktoren bekannt sind, die den Prozess der Zellreinigung und Erneuerung begünstigen:

 

  1. Phasen mit Nährstoffmangel (siehe periodisches Fasten)

  2. Physischer Stress (Sport: sowohl Kraft- als auch Ausdauertraining)

  3. Kalorienrestriktion (ein chronisches, leichtes Kaloriendefizit)

 

Die aufgeführten Punkte 1 und 2 sind sehr zu empfehlen, wohingegen ein chronisches Kaloriendefizit sehr schnell zu chronischem Nährstoffmangel und damit auch zu Muskel- und Knochenabbau führen kann. Daher sollte man zum Wohle seiner Gesundheit kurze Fastenperioden und Sport in sein Leben integrieren!

 

 


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Kommentare: 30
  • #1

    Klaus (Montag, 22 April 2013 12:27)

    Vielen Dank für den sehr lehrreichen Beitrag

  • #2

    intermittent-fasting-diet (Montag, 22 April 2013 20:38)

    Gerne :-)

  • #3

    conny (Donnerstag, 11 Juli 2013 22:42)

    Super erklärt. Herzlichen Dank. Dadurch wird mir meine neue Ernährungsweise (16 Std. fasten, 8 Std. Essen) noch angenehmer als sie es eh schon ist. Ich mache das seit kurzer Zeit und fühle mich so wohl wie nie.

  • #4

    intermittent-fasting-diet (Freitag, 12 Juli 2013 12:00)

    Freut mich zu hören, dass dir das periodische Fasten so gut tut!

    Ich wollte mit dem Artikel zeigen welche Vorteile diese Ernährung mit sich bringt, die man nicht unbedingt direkt spürt, die aber langfristig immensen Einfluss auf unsere Gesundheit haben.

    Ich wünsche dir noch viel Spaß und Erfolg mit Intermittent Fasting!

  • #5

    Mary (Mittwoch, 14 August 2013 10:58)

    Dieser Beitrag ist klasse bzw. die komplette Seite - mache seit einiger zeit 10in2 und es geht mir fantastisch aber nun hab ich das endlich mal verstanden mit der Autophagie!

  • #6

    intermittent-fasting-diet (Freitag, 16 August 2013 17:10)

    Vielen Dank und viel Erfolg weiterhin!

  • #7

    Ruth (Montag, 02 September 2013 10:11)

    Super Artikel, echt verständlich geschrieben. Da macht das Fasten gleich mehr Freude :-) Ich mache seit fast 2 Wochen 10 in 2 (einen Tag essen, einen fasten). was ich mich schon die ganze Zeit frage ist, nach wieviel Stunden der Körper mit der Autophagie beginnt und wieviel Fett er sich nimmt? hängt das davon ab wieviel ich am Vortag gegessen habe oder ob ich Sport betreibe?
    Liebe Grüsse Ruth

  • #8

    Christopher (Montag, 02 September 2013 20:03)

    Hallo Ruth, das hast du richtig verstanden, dass es davon abhängt, was und wieviel man als letzte Mahlzeit zu sich genommen hat. Wenn die Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen wurden, setzt die Autophagie ein. Hierbei geht es aber um den Abbau von Junk-Proteinen (Zellmüll), nicht um Fett.
    Die Fettverbrennung hängt nur bedingt damit zusammen. Wieviel Fett verbrannt wird, hängt mit dem Energieverbrauch des Körpers zusammen - das wiederum hat viele Einflussfaktoren (Bewegung, hormonelles Millieu, langfristige Nahrungsaufnahme, etc.).
    Ich hoffe das erklärt es :-)
    Christopher

  • #9

    Toni (Dienstag, 10 September 2013 19:34)

    Einer der besten Artikel die ich seit langem gelesen habe.
    Und ich habe einige gelesen :-)
    Ich versuche seit ein paar Wochen die leangain Methode anzuwenden.
    Und es klappt auch ganz gut. Ich war nie der Frühstücksmensch, deswegen fällt mir das Fasten am morgen nicht schwer. Ich habe lediglich Schwierigkeiten damit innerhalb der 8 Std. auf meine 1500kcal zu kommen. Ich kann einfach nicht so viel essen...
    Und somit komme ich an meine letzten Fettreserven nicht ran!
    Gibt's da vielleicht irgendwelche Geheimtricks?? :-)
    Ich bin für jede Hilfe dankbar!

  • #10

    Christopher (Donnerstag, 19 September 2013 16:13)

    Erstmal vielen Dank für den netten Kommentar. Und sorry, dass ich erst jetzt antworte.
    Wenn man Probleme hat viel zu essen, hilft es wenn die Nahrung eine eher flüssige Konsistenz hat - damit trickst man den Magen etwas aus. Kartoffelbrei geht zum Beispiel deutlich leichter runter als trockene Pellkartoffeln ;-)
    Deswegen kann man auch z.B. so viel Milchreis oder Eis essen. Fast-Food bedient sich auch an diesem Trick - die Konsistenz von Burgern ist auch eher "breiig".
    Außerdem sollte man große Teller und große Löffel/Gabeln zum Essen nutzen, damit geht mehr runter als mit kleinen.

    Grüße
    Christopher

  • #11

    Ursula (Montag, 09 Dezember 2013 08:03)

    Hallo
    mir stellt sich die Frage: ist jede Methode des Fastens so effektiv oder bezieht es sich nur auf 10in2?
    Wie sieht es mit der Warriormethode aus..16/8 oder 20/4 ?

    Ich muss gestehen, das ich keien Probleme habe auf meinen Tagesbedarf zu kommen, selbst wenn ich 20/4 mache. Und ich "brauche" meine Kh. Wenn ich Eiweißlastige Mahlzeiten esse, machen sie mich nicht satt. Das könen viele nicht nachvollziehen, weil ja die Allgemeine Ansicht herrscht, das es genau umgekehrt sein "soll". Irgendwie habe ich das Gefühl, das man dabei vergisst, das jeder Körper unterschiedlich seine Nahrung verwertet. Man sollte es ausprobieren und genau Beobachten. Bei mir ist es so, das: Bei KH bleibt mein Gewicht (wenn ich bei meinem Tagesbedarf bleibe) oder nehme Ab. Wenn ich zu viel EW esse, nehme ich zu ( wenn ich ich bei meinem TB bleibe).
    Gruß
    Ursula

  • #12

    Matthew (Samstag, 04 Januar 2014 12:35)

    Super Beitrag! Vielen Dank dafür!
    Ich bin auf den Begriff über einen Bericht im TV gestoßen und habe nach einer verständlichen und vor allem gut zusammengefassten Begriffserklärung gesucht.

  • #13

    Torsten Fleischer (Sonntag, 05 Januar 2014 16:40)

    Hallo,

    danke für einen sehr gut geschriebenen und leicht erklärenden Beitrag.

    Aus eigener Erfahrung kann ich dieser Thematik nur Positives beipflichten. Mein Fastenzeitraum liegt allerdings zwischen 24-36h - und damit fühle ich mich extrem wohl.

    Beste Grüße.

  • #14

    Christopher (Samstag, 18 Januar 2014 21:59)

    @Ursula: Jede beschriebene Fastenperiode löst einen Autohagie-Effekt aus, da der basale Insulinspiegel sinkt und mTOR herabreguliert wird. Je länger die Fastenperioden, desto stärker dieser Effekt. Trotzdem denke ich, dass länger nicht gleich besser bedeutet. Kürzere Fastenperioden (16-24 Stunden) sind ebenfalls sehr geeignet, da sie in einer höheren Frequenz eingesetzt werden können und frischer "Baustoff" ebenfalls schneller eingebaut werden kann.
    Studien zeigen, dass Eiweiß stärker/länger sättigt, aber es ist natürlich auf den Durchschnitt bezogen, es kann immer individuelle Abweichungen geben. Man muss aber noch etliche weitere Faktoren in die Gleichung einbeziehen wie die Masse & Energiedichte der Lebensmittel, Konsistenz, Vorlieben, psychische Befriedung etc.
    Es lässt sich nicht alles über einen Kamm scheren, trotzdem finde ich es immer wichtig gewisse Grundsätze einzuführen, von denen man im weiteren Verlauf auch wieder abweichen kann, wenn Bedarf besteht.

    @Matthew & Torsten: Vielen Dank für euer Lob!

    Happy Fasting
    Christopher

  • #15

    Steve (Mittwoch, 19 Februar 2014 08:58)

    Hallo Christopher,
    wirklich gut gemachte Website mit verständlichen Erklärungen. Nur: Sie ist in Google leider nicht allzu hoch gerankt - vielleicht kann man da noch was optimieren. Schade für jeden, der daran vorbeisurft ...
    Noch eine Frage zur EODD mit 24h Fastenperiode: Warum ist es besser, an dem Tag mit nur einer Mahlzeit diese als Abendessen einzunehmen statt als Frühstück. Kommt mir eh entgegen, suche nur eine Erklärung dazu.

    Beste Grüße
    Steve

  • #16

    Zitronenwasser (Sonntag, 02 März 2014 19:42)

    Hallo Christopher und alle, die IF in welcher Form auch immer praktizieren,

    Autophagie ist prima erklärt, danke dafür!

    Ich fühle mich seit 05.01.2014 mit der Methode "10in2" sehr wohl! Durch einen TV-Beitrag bin ich darauf gestoßen und fand es ziemlich plausibel, v.a. schien es mir von Beginn an viel einfacher, einen Tag bzw. 36 Std. komplett zu fasten anstatt ständig drüber nachzudenken, wie viel ich noch essen "darf".

    Stand anfangs noch die Gewichtsreduktion im Vordergrund (ca. 10 kg Minus bis zum Sommer bzw. optisch wieder wohlfühlen), bin ich jetzt nach 2 Monaten begeistert, wie gut’s mir geht und wie leicht mir ein gesundes und vernünftiges Essverhalten fällt. Heute ist mein 28. Nuller-Tag, ich habe 5 kg weniger und habe heute meine Familie lecker bekocht!

    Daneben habe ich auch wieder Bewegung in meinen Alltag integriert, d.h. 3-4 Mal pro Woche schnelles Walken bzw. nun auch allmähliches Joggen.

    Sinnlose, leere Kalorien in Form irgendwelchen Süßkrams, den ich mir im letzten Jahr viel zu oft nebenbei 'reingezogen' habe, habe ich von meinem Speiseplan verbannt - ohne, dass es mir schwerfiel! Im Gegenteil, ich habe automatisch wieder Lust auf leckere und ausgewogene Ernährung.
    Das Frühstück an den Ess-Tagen ist jedes Mal wieder ein Genuss! Ich habe sogar das Gefühl, ich schmecke und rieche alles intensiver.

    Richtig ungesund habe ich mich vorher zwar nicht ernährt (dazu koche ich zu gern), aber es war einfach manchmal zu viel, viel zu wenig Bewegung und unnötig viel Süßes... Jetzt genieße ich ab und zu ein (!) Stück Bitterschokolade, leckere Quarkspeisen mit Obst oder wie gestern selbstgebackenen Käsekuchen mit Vollkornboden. IF oder 10in2 ist für mich also kein Verzicht, sondern ein echter Gewinn. An den Nuller-Tagen gibt’s eine gewisse Vorfreude auf den nächsten Ess-Tag und umgekehrt freue ich mich nun oft auf meine Nuller. Wichtig ist aber wirklich, an den Ess-Tagen ausreichend zu essen. Anfangs habe ich fast ein bisschen Kalorien gezählt, damit ich bloß genug esse…;-) Was ich bisher auch nicht bestätigen kann, dass ich "Heißhunger" an meinen Ess-Tagen gehabt hätte...Absolut nicht! Liegt wahrscheinlich daran, dass ich von selbst Lust auf Gesundes habe. Käme jetzt also nicht auf die Idee, mir eine ganze Tafel Schokolade zu genehmigen - auch wenn's kalorienmäßig ok wäre. Hat ja mit Genuss auch weniger zu tun, oder.

    Mein Ziel: Ich möchte schön langsam abnehmen, wieder richtig fit werden (finde die 5kg schon ganz schön viel für 2 Monate) und dann meinen "50." feiern ;-) Bis zum Sommer werde ich das in dem Rhythmus beibehalten – und dann mal sehen. .. Vielleicht nullere ich dann nur noch 3 Tage...

    Viele Grüße!


  • #17

    Christopher (Freitag, 07 März 2014 18:32)

    Danke Steve und Zitronenwasser!

    @Steve: Zu dem Thema warum man die Mahlzeit besser am Abend zu sich nehmen sollte, passt dieser Artikel:
    http://www.intermittent-fasting-diet.de/2014/03/07/kohlenhydrate-am-abend-gut-oder-b%C3%B6se/

    @Zitronenwasser: Danke für deine persönlichen Erfahrungswerte! Freut mich, dass dir IF so gut tut.
    Dürfte ich deinen Bericht in der Kategorie "Erfahrungen" einstellen?

  • #18

    Dirk (Samstag, 08 März 2014 21:41)

    Nicht immer entsprechen logisch erscheinende Vermutungen dem tatsächlichen Stand des Wissens.
    http://www.age.mpg.de/de/forschung/arbeitsgruppen/graef/

  • #19

    Zitronenwasser (Donnerstag, 13 März 2014 12:48)

    Hallo Christopher,
    ich dachte schon, mein Bericht sei ein bisschen zu lang geraten...
    Ja, kannst du gerne in die Kategorie "Erfahrungen" stellen.
    Würde ich nicht seit Januar so leben, würde ich meinen eigenen begeisterten Worte nicht ganz trauen ;-)) Dazu kommt, dass das Ganze doch sehr alltags- und gesellschaftstauglich ist.
    So, jetzt koche ich Wirsingrouladen...schönen Tag noch!

  • #20

    Christopher (Sonntag, 23 März 2014 12:36)

    @Zitronenwasser: Vielen Dank! Dann werde ich den Erfahrungsbericht in den nächsten Tagen veröffentlichen :-)
    Ich finde periodisches Fasten ebenfalls extrem alltagstauglich. Alles andere wäre in meinem jetzigen Alltag auch nur unnötig stressig.

  • #21

    Christopher (Sonntag, 23 März 2014 13:06)

    @Dirk: Interessanter Artikel. Laut deinem Artikel fassen die Forscher am Max Plank Institut die Autophagie als mögliche Intervention beim Alterungsprozess ins Auge.
    Natürlich sind noch nicht alle Faktoren rund um die Autophagie erforscht, aber es gibt dennoch einige Studien, die ein paar Grundlagen dazu beitragen konnten.
    Nach meinem Wissen setzt man mittlerweile auch in der Krebsforschung bei der Autophagie an - präventiv wie auch therapeutisch.

  • #22

    Rene (Donnerstag, 17 Juli 2014 21:11)

    Ich habe das IF angefangen, um von dem 6-Mahlzeiten Prinzip los zu kommen.
    Ich hatte ständig Hunger und im Schichtdienst ständig so viel Essen mitschleppen zu müssen war auch anstrengend. Jetzt sind es maximal 2 ;)

    Ich betreibe die Leangain Methode kombiniert mit der Paleo Ernährung. Heißt 2-3 Mahlzeiten pro Tag mit sehr hochwertigen Nährstoffen.
    Zudem betreibe ich Crossfit.

    Auf Grund des Schichtdienst liegt das Essensfenster bei 11-19 Uhr. Und durch unterschiedliche Trainingszeiten (vor, nach, direkt vor, direkt nach dem Essen oder mitten im Fastenzyklus), dem Schichtdienst geschuldet, ist das eine prima Sache um quasi keine Routine zu schaffen.

    Das Hungergefühl hat sich in kürzester Zeit reguliert, meine Körperkomposition hat sich gut entwickelt und meine Trainingsergebnisse haben sich verbessert.

    Ich kann diese Kombi aus IF und Paleo nur empfehlen ;)

  • #23

    Joy (Sonntag, 21 September 2014 10:08)

    Erstmals DANKE für die hier zusammengetragenen Informationen!
    Ich habe erstmals im Mai 2011 von IF gehört - Fastentage hab ich eigentlich immer wieder gemacht - aber IF war neu für mich.
    Damals gab es noch nicht - so wie jetzt - unzählige, mehr oder weniger "kluge" Bücher über IF, wo man auch am "Fastentag" 500 kcal zu sich nehmen darf und am Esstag 150% des Tagesbedarfs essen MUSS.
    Ich musste mich also durchs www und viele englische Artikel kämpfen um mehr zu erfahren.
    Autophagie ist mir dabei irgendwie entgangen....
    IF machte ich damals eigentlich vorwiegenden wegen der drohenden "altersbedingten Zivilisationserkrankungen" - Gewichtsreduktion war ein sehr angenehmer Nebeneffekt - ich habe damals 40 kg abgenommen.
    Ich habe jetzt über Autophagie nachgedacht....

    Frage(n):
    Autophagie fällt somit unter den Überbegriff "Entschlacken, Reinigung.... etc."

    * Ab wie vielen Stunden "fasten" kann damit rechnen, dass Autophagie einsetzt?

    * unterbricht (ganz genau genommen) eigentlilch nicht alles außer "reinem Wasser" diesen Prozeß?

    - z.B. auch schwarzer Kaffee, Tee Ingwer- und Zitronenwasser (von Milch im Kaffee - um nicht auch noch all die anderen "Fastentipps" in den unterschiedlichsten "Fastengruppen" in FB, Foren etc. zu erwähnen) - weil ja auch da "Inhaltsstoffe" vom Körper verarbeitet werden.
    - Schüßler-Salze (Milchzuckertabletten) etc.
    - Natron als Entgiftungshilfe

    Ich weiß ja, dass sich IF auf jeden Fall gesundheitlich sehr positiv auswirkt ohne dass man von Autophagie weiß, es ist aber (meiner Erfahrung nach) auch ein großer Unterschied ob man 12/12 - 16/8 - 24/24 - 36/12
    - oder so wie ich 40/8 macht.

    Vielen Dank für deine Meinung.

  • #24

    Christopher (Freitag, 03 Oktober 2014 19:15)

    Entschlacken gibt es nicht.

    Die Autophagie wird durch Aminosäuren/Eiweiß, und Glukose gehemmt. Kaffee, Ingwer, Zitrone, Salze sind nicht dazu in der Lage. Es gibt auch unterschiedliche Formen der Autophagie, auf die ich in einem Autophagie 2.0 Artikel eingehen werde.
    Ab wann die Autophagie einsetzt, ist auch abhängig davon wie die letzte Mahlzeit aussah. 300g Eiweiß in einer Mahlzeit und die Mahlzeit wird natürlich später einsetzen, als wenn die letzte Mahlzeit nur 30g Eiweiß enthält.
    Ich kenne Untersuchungen, bei denen erforscht wurde, dass nach 12 Stunden die Autophagie vollständig zu Gange war, aber wie gesagt wird das auch immer vom Kontext abhängig sein. Daher ist es schwierig die optimale Fastenlänge zu ermitteln.

    Grüße Christopher

  • #25

    Regina (Sonntag, 26 Oktober 2014 16:30)

    Hallo Christopher,
    herzlichen Dank für deine tollen Infos. Hätte noch ein paar Fragen dazu.

    Du schreibst das Kaffee, Zitrone , Salz und Ingwer die Autophagie nicht stoppen .

    Gilt das nur für Bohnenkaffee oder auch für Getreidekaffee (Dinkelkaffee bzw. Chicafe (Zutaten: Akaziengummi (72 %, löslicher Ballaststoff), löslicher Kaffee (20 %), natürliches Aroma (mit Guarana-Extrakt, Reishi-Extrakt, Ginseng-Extrakt)).

    Darf man die Zitrone auch ins Wasser pressen (oder nur eine Scheibe für den Geschmack hineingeben).

    Wie sieht es aus mit Tee und Gemüsebrühe würde das die Autophagie stoppen.

    Lieben Dank Regina

  • #26

    Elififee (Mittwoch, 11 Februar 2015 17:49)

    Ich freunde mich gerade mit dieser 10in2 Methode an,will aber wissen, warum angeblich Früchtetee nicht getrunken werden soll. Eine Freundin hat mich darauf aufmerksam gemacht.

  • #27

    intermittent-fasting-diet (Montag, 07 September 2015 17:46)

    Hallo Elififee,
    olange du unter 50kcal (und das sollte der Früchtetee der Fall sein) bleibst, ist das o.k.!

  • #28

    Gertraud (Dienstag, 08 September 2015 14:00)

    Ich hab mich über diesen Artikel sehr gefreut, hab so was schon länger gesucht. Seit ca 3 Monaten praktiziere ich 10 in 2 wegen des Gesundheitseffekts, das Abnehmen bzw. Abspecken ist ja auch interessant. Mir geht's wirklich gut dabei, aber... Aber recht viel abnehmen möchte ich nicht mehr mit meinen derzeitigen 52 Kilo. Was also vernünftigerweise tun? Ich würde gerne bei dieser Ernährungsform auf Dauer bleiben.

    Bezüglich der Fasttage würde ich gerne wissen, ob das Aloevera-Trinkgel, das so gut ist für die Zellgesundheitgesundheit, da auch ok ist, und ich auch weiter meine Nikkenprodukte gegen Osteoporose einnehmen kann. Ab und zu mag ich am Fasttag auch einen Complete Balance Shake, wegen der Mineralien, hilft auch gegen kleine Durchhänger. Aber eigentlich ernährt das ja auch die Zellen. Ob die dann noch an Autophagie interessiert sind?
    Ich würde mich freuen, da guten Rat zu bekommen.





  • #29

    kh (Dienstag, 08 September 2015 15:37)

    Hallo zusammen,

    ich finde das Intervallfasten sehr praktikabel, brauche aber immer noch kleine "Brücken", um über den Tag zu kommen. Nun möchte ich aber zusätzlich zu de allgemeinen Entlastung und der positiven Auswirkung aufs Gewicht auch die weiteren gesundheitlichen Vorteile auf die Zellen nutzen.
    Was genau kann ich zu mir nehmen (unabhängig von Kalorien o. ä.) , ohne den Prozess der Autophagie zu unterbrechen?
    Gehen pflanzliche Süßmittel wie Stevia oder Xucker, oder geht wirklich nur ungesüßter Tee und schwarzer Kaffee?
    Wie ist es mit Obstsaft , welcher ja in Fastenkuren oft vorkommt, und dem Vorgang der Autophagie im Körper?

    Danke für Eure Tipps!

  • #30

    Tisi (Donnerstag, 16 Juni 2016 12:57)

    Grüss euch,

    habe mit Interesse den Artikel gelesen, wusste nur ein bissl darüber Bescheid, dass irgendwelche Versuche bei Ratten gab, bei denen durch IF Krebszellen vermindert wurden oder so ähnlich.
    Da ich seit 2 Wochen 10in2 mache und ganz gut damit fahre, nun meine Frage: wie sieht es mit Süßstoff am Fastentag aus? Ich weiss, es ist ungesund, aber ich habe bisher immer einen Kaffee mit Süssstoff und Milch getrunken, nach dem Artikel werd ich - wegen dem Eiweiss, das ja die Autophagie hemmt - die Milch weglassen. Aber ungesüssten schwarzen Kaffee... das geht nicht ;o)