Wundermittel Diätpille?

 

In letzter Zeit sehe ich immer wieder Fernsehwerbung in der Abnehm-Pillen, Wunderpulver und Co angepriesen werden. Zwar kann ich mir selbst nur schwer vorstellen, dass man daran glauben und Tabletten als Alternative sehen kann, aber die steigenden Absatszahlen sprechen Bände...

 

Konkrete Namen von Herstellern und Marken werde ich in diesem Artikel nicht nennen, momentan ist keine Zeit für rechtliche Auseinandersetzungen. ;-)

 

 

Wundermittel Diätpille?

 

Diätpillen-Hersteller versprechen so einiges: essen was man will, gesünder Leben und schnelles, problemloses Abnehmen. Die vielen lachenden Gesichter auf Packungen und in der Werbung sollen genau diese Aussagen unterstreichen.

Jährlich werden weltweit ca. 10 Milliarden Euro für Diätpillen ausgegeben. Ein lukratives Geschäft ist es schonmal. Doch was ist mit der Wirksamkeit und vor allen Dingen der gesundheitlichen Unbedenkbarkeit?

 

 

Die Wirkungsprinzipen von Diätpillen

 

Auch wenn alle Hersteller ungefähr das gleiche versprechen, gibt es doch Unterschiede. Diätpillen können aus verschiedenen Wirkungsgruppen stammen. Es gibt: Fett-/ Lipidbinder, Appetitzügler und Quellmittel.

 

Sehr beliebt sind Lipidbinder. Bekannt unter den unterschiedlichsten Namen sollen verschiedene Stoffe (meist Chitosan und Orlistat) Nahrungsfette im Verdauungstrakt binden. Durch die Bindung der Fette können diese nicht im Körper eingelagert werden sondern werden einfach ausgeschieden.

Die Wirksamkeit der Lipidbinder ist jedoch nicht wirklich bewiesen. Zum Beispiel belegt ein Hersteller von Lipidbindern mit vielen Studien seine Wirksamkeit, aber diese ist nur in vitro oder in Verbindung mit einer Diät tatsächlich bestätigt.

 

Appetitzügler oder Anorektika sollen mittels syntetischen oder pflanzlichen Stoffen das Hungerzentrum im Gehirn hemmen. Interessant ist dabei unter anderem das hungeranregende Hormon Ghrelin und das hungerhemmende Hormon Leptin, deren Wirkungen durch Appetitzügler verringert bzw. erhöht werden sollen.

Die meisten Anorektika lassen sich in die Stoffgruppe der Amphetamine einordnen, nur einige wenige wirken als sogenannte Cannabinoid-Rezeptorantagonisten.

 

Auch Quellmittel sind beliebt um das Abnehmen zu erleichtern. Quellmittel enthalten Ballaststoffe, Zellulose oder andere Stoffe, die durch eine starke Ausdehnung im Magen ein Stättigungsgefühl hervorrufen sollen. Viele der verkauften Quellmittel haben wenig bis keine Wirkung, die "funktionierenden" bringen viele Nebenwirkungen mit sich. 

 

Trotz all dieser Wirkungen und Beeinflussungen der natürlichen Vorgänge sind die Mittelchen ohne eigenes Zutun trotzdem nicht wirksam. Im Kleingedruckten sind häufig Hinweise auf die Unabdingbarkeit von gesunder Ernährung und Sport zu finden. Einige Hersteller bieten auch gleichzeitig (teils kostenpflichtige) Onlineberatungen an... die sind mit Sicherheit nicht auf Profit aus.

Die Wirkungsweise selbst wird oft mit fragwürdigen Studien oder gar nicht bewiesen.

 

 

Keine Seltenheit: Jojo-Effekt

 

Wer mit Wundermitteln abnimmt, kann mit dem Jojo-Effekt rechnen. Sobald die Pillen abgesetzt werden, ist das Ausgangsgewicht schnell wieder zurück oder sogar überschritten.

Das liegt zum einen daran, dass sich durch die Einnahme von Mittelchen weder das Ernährungs-, noch das Bewegungsverhalten verbessert und zum anderen daran, dass die Einnahme dieser Mittel oft mit Verzicht in Verbinung steht und der Heißhunger auf Leckereien sogar noch größer als vorher ist.

Auch ein durch Abnehmprodukte ausgelöster Nährstoffmangel kann zum Ausstoß von Hunger-Hormonen führen, da der Körper versucht, durch größere Nahrungsmittelaufnahme den Nährstoffmangel auszugleichen. Unser Körper zeigt uns über den Hunger auch an, ob der Körper ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist. Diesem Hungergefühl gibt man früher oder später nach. 

 

 

Gefährliche Nebenwirkungen

 

Fettbinder sind trotz ihrer Beliebtheit nicht ungefahrlich. Fette sind essentiell für den Körper und verhindert man ihre Aufnahme, kann es zu Magenkrämpfen, Mangel an fettlöslichen Vitaminen (Vitamin A, D, E und K), allergischen Reaktionen, Stuhlinkontinenz und vielen weiteren Mangelerscheinungen kommen. Des Weiteren kann Nährstoffmangel (zu wenig Fett) zu Problemen in der Hormonproduktion führen und dadurch den Körper und Stoffwechsel schädigen. Na, wer möchte?

 

Sehr viele appetietzügelnde Stoffe sind nicht mehr erlaubt, da sie sehr viele Nebenwirkungen mit sich bringen. Einige werden dennoch im Leistungssport als Dopingmittel genutzt.

Zu den zahlreichen Nebenwirkungen gehören Hypertonie (Bluthochdruck)Herzklappenschäden, Abhängigkeiten und Depressionen.

 

Quellmittel müssen immer mit Vorsicht und vor allen Dingen mit viel Flüssigkeit eingenommen werden. Sie können zu Magen- und Verdauungsproblemen führen und - durch eine extrem verringerte Nahrungsaufnahme - zu Nährstoffmangel und damit auftretenden weiteren gesundheitlichen Problemen führen.

 

Problematisch ist auch, dass viele pflanzlich deklarierte Stoffe in Wahrheit synthetische sind. Diese wirken viel stärker und nebenwirkungsreicher.

Insbesondere aus dem Ausland importierte Mittelchen sind oft wenig kontrolliert und können sehr schädlich oder sogar giftig sein.

 

Rein pflanzliche Mittel sind wesentlich ungefährlicher, aber meist auch unwirksamer.

Möchte man sich mit pflanzlichen Mitteln "dopen" kann man das billiger und genauso gut mit Dingen aus dem Supermarkt.

Kaffee steigert die Leistung und verringert das Hungergefühl, Grüner Tee kann sich positiv auf den (Herz-)Kreislauf und das zentrale Nervensystem auswirken, Kurkuma wirkt entzündungshemmend und ist gesund für den Magen, Ingwer ist eine Heilpflanze die nicht nur bei Halsschmerzen hilft und Kokosöl kann bei der Verbesserung der Körperfettwerte helfen...

 

 

Résümé

 

Eigeninitiative ist trotz der Einnahme von Diätpillen und Co notwendig. Die Wirksamkeit vieler Mittel ist fragwürdig, teilweise ist die Einnahme sogar gefährlich. 

Im besten Fall gibt man also Geld für nichts aus. Im schlimmsten Fall erkauft man sich einen Mangelzustand und Krankheiten. Wer Vor- und Nachteile abwägen kann, ist klar im Vorteil ;-)

 

Eine Ernährungsumstellung und ein wenig Sport hingegen sind gesundheitsfördernd, helfen beim Abnehmen, verbessern die Leistungsfähigkeit und Laune und sind von meiner Seite aus uneingeschränkt empfehlenswert.

 

 



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